SV Grohn - Newsartikel drucken


Autor: Matthias Guenther
Datum: 08.04.2021


Preiswerter und klimafreundlich

Wann der Ball auch auf den Fußballfeldern im Bremer Norden wieder rollt oder die Leichtathleten ihre Runden auf den Laufbahnen drehen können, ist Corona-bedingt weiterhin ungewiss. Wahrscheinlich ist hingegen, dass sich die Spiel-, Trainings- und Wettbewerbsbedingungen spätestens im Herbst 2022 erheblich verbessert haben. Bis dahin sollen nämlich auf 55 Sportplätzen im kleinsten Bundesland die Flutlichtanlagen mit LED-Technik ausgestattet sein und in den Abendstunden für bessere und vor allem preiswertere Helligkeit sorgen.

Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Anja Stahmann (Grüne), spricht vom größten Einzelprojekt aus dem Bremer Klimafonds mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro, den die Landesregierung Anfang Februar beschlossen hatte. 2,2 Millionen Euro aus diesem Geldtopf sind für den Klimaschutz im Sport reserviert. Genauer: Alte Flutlichtanlagen sollen mit energiesparenden Leuchtdioden ausgerüstet werden.

Davon werden nach den Worten des Vizepräsidenten im Bremer Fußballverband, Holger Franz, möglichst alle Vereine in Bremen und Bremerhaven profitieren. Franz, der bei der Fußballabteilung der SG Aumund-Vegesack das Amt des Pressewarts wahrnimmt, spricht von einem Geschenk für die Vereine und von einem Quantensprung in der technischen Ausstattung der Plätze.

Heute sind auch im kleinsten Bundesland die meisten Lichtanlagen auf den Sportfeldern noch mit konventioneller Beleuchtung ausgestattet. Darüber hinaus gelten Verkabelungen nicht selten als marode, sind veraltete Sicherungen und bisweilen windschiefe Masten keine Seltenheit. Und immer wieder kommt es vor, dass Lampen flackern oder ganz ausfallen. Schon aus diesen Gründen besteht bei alten Flutlichtanlagen Handlungsbedarf: In Bremen-Stadt, Bremen-Nord und Bremerhaven dürfen nun laut Holger Franz alle Vereine auf die Erneuerung der Flutlichtmasten mit LED-Technik hoffen. Davon gibt es auf den Sportfeldern im Zweistädtestaat an der Weser rund 220.

Von den 2,2 Millionen Euro aus dem Klimafonds des Senats fließen 400.000 Euro in die Kasse der Stadtgemeinde Bremerhaven, 1,8 Millionen verbleiben für die Sanierungsmaßnahmen in der Stadtgemeinde Bremen. Das jedenfalls hat jetzt die Sportdeputation beschlossen und damit einem entsprechenden Vorschlag der Sportsenatorin zugestimmt. Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Eva Quante-Brandt, spricht von einer wichtigen Unterstützung für Vereine und Klima zugleich.

Die Umstellung auf die lichtemittierende Diode, kurz Led, in Kombination mit einer intelligenten Steuerungstechnik soll den Verbrauch von elektrischer Energie und damit den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 um rund 70 Prozent senken, unterstreicht Anja Stahman. Damit sparten die Vereine bares Geld, die für die Stromkosten aufkommen, während Bremen einen bedeutsamen Schritt zum Schutz der Umwelt mache. Und mit Blick auf den Griff aus dem Klimafonds stellt die Senatorin fest: „Das ist ein dicker Fisch, den wir für den Sport an Land gezogen haben.“

LED seit 2017 im Einsatz

Die erste Flutlichtanlage auf einem Bremer Sportplatz mit LED ist 2017 in Betrieb genommen worden. In Bremen-Nord hat bisher nur das Fußballfeld in den Rönnebecker Sandwehen von dieser Technik profitiert. Dort trainiert und spielt der SV Türkspor. Nunmehr stehen folgende Nordbremer Sportplätze auf der Warteliste: Burgwall-Stadion (genutzt von Blumenthaler SV, DJK Germania Blumenthal, SV Türkspor, LG Bremen-Nord), Bezirkssportanlage Marßel (SG Marßel), Bezirkssportanlage Oeversberg (SV Grohn, SV Kurd, TV Grohn, Vegesacker BMX Club), Stadion Vegesack (SG Aumund-Vegesack), Am Löh (Blumenthaler TV und LG Bremen-Nord), Farge (TSV Farge-Rekum), Godenweg Lüssum (Kreissportbund Bremen-Nord, Blumenthaler SV), Grambker Geest (SV Grambke-Oslebshausen), Ihletal Lesum (TSV Lesum-Burgdamm), Kifkenbruch Aumund (SV Eintracht Aumund), Klostermühlenweg Lesum (TSV Lesum-Burgdamm), Sportpark Grambke (1.FC Burg).

Die Umrüstung geht allerdings nicht von heute auf morgen vonstatten. Nach Auskunft von Bernd Schneider, Pressesprecher im Stahmann-Ressort, muss zunächst der Haushalts- und Finanzaussschuss der Bremischen Bürgerschaft das Klimaprojekt im März absegnen. Danach erfolgten die Planung der einzelnen Maßnahmen, eine Bestandsaufnahme sowie die Ausschreibung der Arbeiten. Mit dem Beginn der konkreten Modernisierungsmaßnahmen wird im Frühjahr/Sommer 2022 und mit ihrem Abschluss im Herbst desselben Jahres gerechnet.

Link: Bremen-Nord: LED-Technologie kommt auf Sportplätzen zum Einsatz - Die Norddeutsche: Aktuelle Nachrichten - WESER-KURIER (weser-kurier.de)

Bericht aus Die Norddeutsche vom 22.02.2021 von Klaus Grunewald