SV Grohn - Newsartikel drucken


Autor: Matthias Guenther
Datum: 16.09.2019


Erste Niederlage, erste Gegentore

Fußball-Landesliga Bremen
 
 

Erste Niederlage, erste Gegentore

Am fünften Spieltag hat es den SV Grohn erwischt. Er kassierte mit dem 2:3 gegen den SV Türkspor die erste Saisonniederlage und die ersten Gegentreffer.

Grohn. Einfach, effektiv, erfolgreich – so lässt sich die Spielweise des SV Türkspor im am Sonntagnachmittag gewonnenen Derby der Fußball-Landesliga beim SV Grohn beschreiben. Der SV Türkspor um seinen Trainer Bahadir Kilickeser brachte den „Husaren“ mit dem 3:2 (2:0) nicht nur die erste Saisonniederlage bei, sondern schenkte dem gestürzten Tabellenführer nach vier Partien ohne Gegentor einen Dreierpack ein. „Die Tore sind zum richtigen Zeitpunkt gefallen“, stellte Kilickeser fest, der sich die Spannung in der Schlussphase gerne erspart hätte. Denn da geriet sein Team, das bereits mit 3:0 vorne gelegen hatte, noch ins Schwimmen.

„Natürlich hätte ich die erste Niederlage und die ersten Gegentore gerne noch aufgeschoben. Aber wir waren heute nicht bei 100 Prozent“, erklärte Grohns Spielertrainer Jan-Philipp Heine, der ein 2:2 als gerechtes Ergebnis betrachtet hätte. Besonders, weil er den dritten Treffer der Gäste (56.) als irregulär einstufte. Da hatte Milan Meyer sich in harten Zweikämpfen und im abschließenden Laufduell gegen Heine mit großem Körpereinsatz behauptet. Dass die Grohner am Ende noch hoffen durften, die erste Saisonniederlage abzuwenden, lag an ihrem Chef. Denn Heine war nach zwei Standards zur Stelle und brachte den Ball einmal per Fuß (68.) und einmal per Kopf (83.) über die Linie.

Während die Schlussphase also den „Husaren“ gehörte, war der erste Abschnitt an die Blumenthaler gegangen. Die trugen ihre Angriffe zwar immer wieder nach dem gleichen Muster vor, doch die bisher so defensivstarken Platzherren bekamen einfach keinen Zugriff. Mit Bällen von der Mittellinie wurden Sinan Alija und Milan Bruns steil oder diagonal in Szene gesetzt und machten mächtig Alarm. „Starke Annahme, starker Abschluss. Das wollen wir sehen“, lobte „Baha“ Kilickeser Alija nach seinem Treffer zum 1:0 (40.), als er sich erst gegen Mehmet Kut und Albano Mullaj behauptet und dann perfekt abgeschlossen hatte. Nach genau 400 Minuten hatte der SV Grohn sein erstes Gegentor kassiert.

Noch schöner anzusehen war dann das Tor zum 2:0 (44.). Bela Pries schickte Alija links in den Strafraum, der hart bedrängt die Übersicht behielt und den heranrauschenden John-Marvin Halstenberg bediente, welcher per Kopf verwandelte. Heine machte bei den Treffern Stellungsfehler aus, erkannte aber auch die hohe individuelle Qualität von Meyer und Alija an. Und der SV Grohn? Der hatte sich nach einer fehlerbehafteten Anfangsphase allmählich freigeschwommen und gerade eine gewisse Kontrolle erreicht, als ihn die ersten Gegentreffer der Saison zurückwarfen.

Nach dem Seitenwechsel gab der SV Türkspor erst ungewollt, nach dem erwähnten 3:0 von Milan Meyer dann gewollt, das Mittelfeld preis und setzte auf Konter. Die Grohner nutzten die Feldvorteile aus und bauten Druck auf. Dass die Türkspor-Abwehr anfällig ist, das hatten die bislang zwölf Gegentore ja bereits gezeigt.

Diese Anfälligkeit, besonders bei Standards, nutzten die „Husaren“ und waren plötzlich wieder im Geschäft. Da Türkspor die sich ergebenen Kontermöglichkeiten nicht gut ausspielte, durfte das Heine-Team bis zuletzt auf den Ausgleich hoffen.

„Wenn man nach einem 3:0 zwei Treffer kassiert, gerät jede Mannschaft ins Schwimmen – auch Bayern München“, wunderte sich Bahadir Klickeser nicht und machte seiner Hintermannschaft um die Innenverteidiger Tolga Avci und Yasin Chaaban keine Vorwürfe. „Hauptsache gewonnen. Und ein bisschen geklettert sind wir in der Tabelle ja auch“, schob Kilickeser nach und freute sich über den erklommenen dritten Rang sowie das anstehende nächste Derby am kommenden Sonnabend gegen DJK Blumenthal. 

Jens Pillnick 15.09.2019

Bericht aus dem Weser-Kurier vom 16.09.2019