SV Grohn - Newsartikel drucken


Autor: Murtaza Celik
Datum: 11.04.2018


Plan für den Oeversberg gesucht

Debatte über Grundstück in Bremen-Nord

Plan für den Oeversberg gesucht

Sportvereine und Jacobs University wollen sich den Oeversberg teilen – nur steht noch nicht fest, wie. Darüber soll jetzt verhandelt werden. Seit einem Jahr gibt es Gespräche über das Grohner Gelände.

 

Vegesack. Inzwischen ist zwar entschieden, dass die Vereine auf dem Oeversberg bleiben können. Allerdings gibt es noch keinen Plan, wo genau – und welche Sportanlagen eventuell versetzt werden müssen, wenn die Jacobs University einen Teil des Geländes in Grohn für sich in Anspruch nimmt. Darüber wird jetzt gesprochen. Sagen die Sport- und die Wirtschaftsbehörde. Einen Termin, wann klar sein soll, wie der Oeversberg geteilt wird, nennt weder das eine noch das andere Ressort. Beide sind bei den Treffen zwischen Uni und Vereinen dabei. Vor einem Jahr gab es das Erste.

Damals ging es für die 500 Sportler noch ums Ganze: Ursprünglich sollten sie bis Ende nächsten Jahres weichen, weil die Jacobs University Anfang 2019 erst auf die eine Hälfte des Oeversbergs wollte, ab 2025 dann eventuell auf die andere. Mittlerweile hat die Privatuni erklärt, mit zwei Hektar des Geländes auszukommen und auf die übrigen fünf dauerhaft zu verzichten. Dafür soll sie Ersatz bekommen, weil ihr der Oeversberg quasi gehört. Es ist das zweite Mal, dass für die Jacobs University ein neues Grundstück gefunden werden muss, damit sie sich erweitern kann – eine Tauschfläche für die Tauschfläche sozusagen.

Die Suche nach einem Alternativgelände für die Uni beschäftigt die Wirtschaftsbehörde schon länger. Nach Angaben von Tim Cordßen, Sprecher von Senator Martin Günthner (SPD), wird vor allem Ausschau nach einer Ersatzfläche nördlich des Campus gehalten – Richtung Science Park. Mit wem dort über welche Grundstücke verhandelt wird, lässt er offen. „Die Gespräche“, sagt Cordßen, „laufen noch.“ Er schließt nicht aus, dass in der ersten Hälfte des neues Jahres ein Ergebnis vorliegt und dann eventuell auch mehr darüber gesagt werden kann, wie der Oeversberg zwischen Uni und Vereinen aufgeteilt wird.

Was im Detail passieren wird, damit beide das Gelände an der Friedrich-Humbert-Straße nutzen können, darüber kann Bernd Schneider momentan nur spekulieren. Der Sprecher von Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) weiß nur, dass die fünf Vereine, die auf dem Oeversberg trainieren, enger zusammenrücken müssen. Und dass beispielsweise Platz geschaffen werden könnte, wenn die Fußballer nicht ausschließlich auf Rasen spielen, sondern auch auf Kunstrasen: „Ein Kunstrasenfeld ersetzt quasi zwei Rasenfelder, weil es weniger abnutzt und deshalb öfter bespielt werden kann.“ Momentan gibt es drei Fußballplätze.

Schneider rechnet außerdem damit, dass sich die Tennisanlage verkleinern lässt, weil nicht mehr alle neun Spielfelder genutzt werden. Die drei Plätze des Landesbetriebssportverbands gelten seit Längerem als verwaist. Was aus dem Vereinsgebäude des SV Grohn wird, das sich wie die Tennisplätze auf der Osthälfte des Oeversbergs befindet, wo die Privatuni zwei Hektar nutzen will, darüber wird laut Schneider noch gesprochen. Dass die Trainings- und Wettkampfstrecke des Vegesacker BMX-Clubs weichen muss, hält er dagegen für unwahrscheinlich. Ein Neubau, meint er, wäre zu teuer. Radsportler hatten eine Summe von 800 000 Euro kalkuliert.

Wer die Kosten für den Um- oder Neubau der Tennis- und Fußballplätze übernimmt, ist noch nicht abschließend geklärt. Beziehungsweise wieder offen. Laut Schneider müsse in den Gesprächen mit der Jacobs University nun ihr Flächenverzicht berücksichtigt werden. Noch vor Monaten war der Sprecher der Sportsenatorin davon ausgegangen, dass die Privatuni für alles aufzukommen habe, weil sie die Veränderungen auf dem Oeversberg auch verursacht. Fest steht nach seinen Worten dafür etwas anderes: „Die Uni wird erst dann anfangen zu bauen, wenn die Situation für die Vereine geklärt ist.“ Ihm zufolge sei den Sportlern damit eine große Sorge genommen.

Handlungsdruck besteht trotzdem. Meint zumindest Tim Cordßen von der Wirtschaftsbehörde. Schließlich wolle nicht nur der Sport zügig wissen, wie es für ihn auf dem Gelände in Grohn weitergeht, sondern auch die Jacobs University schnell erfahren, wo sie weiter wachsen kann – außer auf einer Zwei-Hektar-Fläche des Oeversbergs. Nach Angaben der Uni steigt die Zahl der Studenten seit Jahren. Für sie soll deshalb ein Wohnheim gebaut werden.

Von Christian Weth - 08.11.2017