SV Grohn - Newsartikel drucken


Autor: Matthias Guenther
Datum: 09.03.2018


Ein Juwel beim SV Grohn

Ein Juwel beim SV Grohn

Die Regionalliga im Visier

Der 25-jährige Keisuke Morikami zählt zu den Leistungsträgern beim Fußball-Landesligisten SV Grohn. Seine Tage bei den "Husaren" scheinen gezählt, aber jetzt gibt er alles für den Klassenerhalt

Grohn. In der Saison 2016/17 kam Keisuke Morikami für den SV Grohn in der Fußball-Bremen-Liga 25 Mal zum Einsatz, aber auch er konnte den Abstieg in die Landesliga nicht verhindern. In dieser Spielzeit gehört der 25-Jährige bei den abstiegsgefährdeten „Husaren“ erneut zu den Leistungsträgern und blickt so bereits auf 15 Einsätze zurück.

Also alles gut in Sachen Keisuke Morikami, oder? Nein, die Zeichen in der Personalie Morikami stehen eindeutig auf Abschied, weil der Noch-Grohner unbedingt höher spielen möchte. So spricht alles dafür, dass der Mittelfeldstratege nach Saisonende sich das Grohner Trikot wieder auszieht und bei einem anderen Verein anheuert. Möglichst laut Keisuke Morikami in Bremen, „aber auch ein Wechsel innerhalb von Deutschland ist möglich“, äußerte sich der in Gröpelingen wohnende Kicker.

Trotz der vielen Niederlagen in der Landesliga-Hinrunde zählte der Japaner bei den Mannen um Trainer Torben Reiß stets zu den Besten. Auch beim erfolgreichen Rückrundenstart gegen den TuS Komet Arsten hatte der Nordbremer zuletzt großen Anteil, dass sich der Drittletzte gegen die Stadtbremer mit 2:1 durchsetzte.

Dabei wäre Keisuke Morikami fast schon jetzt nicht mehr im Kader des Landesligisten gewesen. Kein geringer als der traditionsreiche Bremen-Ligist Bremer SV flirtete in der Winterpause ganz heftig mit dem Mittelfeldspieler – ohne Erfolg. Es fehlte nicht viel und so hätte Morikami schon in dieser Rückrunde unter anderem mit dem Ex-Blumentaler Schlussmann Malte Seemann beim BSV in einer Mannschaft gespielt.

Aber warum platzte der Wechsel zum Panzenberg denn nun eigentlich? „Ja, es war für den SV Grohn zum Jahreswechsel einfach ein sehr ungünstiger Zeitpunkt. Da mussten wir in Sachen Morikami-Wechsel natürlich den Fokus nur auf unseren Verein legen“ (Reiß). Und damit war die Geschichte für seinen jetzigen Trainer Torben Reiß, der für Keisuke Morikami schon eine gewisse Vater-Funktion einnimmt – sich so zum Beispiel um Arbeit, Wohnung und seine Deutsch-Kenntnisse kümmerte – auch erledigt. 

Doch auch so dürften die Tage beim SV Grohn aus Sicht des Japaners gezählt sein. Wer sich schon einmal eine Partie der Grohner angesehen hat, dem wird bestimmt aufgefallen sein, dass Keisuke Morikami mit seiner Ballbehandlung aus dem Team etwas heraussticht und er in einer höherspielenden Mannschaft auf jeden Fall besser aufgehoben wäre. Dieser Meinung ist auch Torben Reiß. „Aber für Grohn wäre es ein großer Verlust, wenn Keisuke uns im Sommer verlassen würde. Wir sind natürlich bemüht, ihn zu halten, aber wir werden ihn nicht mit allen Mitteln halten. Er muss es auch wollen“, so Reiß. Sollte es nun nach Saisonende doch zum Abschied kommen, ist die Tür beim SV Grohn für Keisuke Morikami laut Reiß aber nicht zu. „Ein Wechsel außerhalb von Bremen ist für Keisuke schon aus beruflichen Gründen nicht so einfach“, sagte Torben Reiß.

Wie auch immer, auf jeden Fall möchte Keisuke Morikami mit den Grohnern den Klassenerhalt in der Landesliga noch schaffen und auch in Sachen Tore schießen, seine Bilanz (ein Saisontor) noch verbessern. „Anfangs wurde ich als Innenverteidiger eingesetzt. Nun spiele ich aber auf meiner Lieblingsposition – im Mittelfeld. Und so kann ich bestimmt noch ein paar Treffer erzielen“, meinte Keisuke Morikami, der bald auch noch den Fußball-Trainerschein machen möchte und möglichst in der Regionalliga spielen will.

Mit sieben Jahren bekam er in Japan den ersten Kontakt zum Fußball. Hiernach agierte Keisuke Morikami unter anderem in einer Universitätsmannschaft, bevor der 25-Jährige durch einen in Düsseldorf wohnenden Freund den Sprung nach Deutschland realisierte. Später heuerte er für eine Saison beim FC Leverkusen an, der in der Landesliga spielte.

Aber schon zu dieser Zeit strebte der Grohner nach Höherem. So entstand über Facebook der Kontakt zum damaligen Bremen-Ligisten SV Grohn, im Besonderen zu Torben Reiß. Gut möglich, dass sich die Wege von Keisuke Morikami und Torben Reiß im Sommer erst einmal trennen werden, aber die Tür bei den „Husaren“ bleibt laut Reiß für Keisuke Morikami ja immer geöffnet…

von Olaf Schnell - 09.03.2018